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Schwarzenbek/Bremen – Die Norddeutschen Meisterschaften der Damen und Herren in Bremen werfen ihre Schatten voraus: Nach der Strukturreform innerhalb des Deutschen Tischtennis-Bundes werden in der Hansestadt zwar erstmals die Landesverbände Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fehlen, mit dem Schwarzenbeker Teenager-Duo Kristin Nissen und Ann-Kathrin Gericke haben jedoch zwei Athletinnen aus dem Herzogtum die Qualifikationshürde für die Nordtitelkämpfe genommen.
Die beiden 18-jährigen Regionalligaspielerinnen aus der Europastadt haben sich über ihre guten Ergebnisse bei den Landesmeisterschaften, als sie sich nach starken Leistungen erst im Viertelfinale den beiden Kaltenkirchener Zweitliga-Cracks Aida Astani und Bianca Dahlke beugen mussten, sowie bei der Landesrangliste, als Kristin Nissen den vierten und Ann-Kathrin Gericke hauchdünn dahinter den fünften Platz belegte, für den Nordentscheid empfohlen.
In der vorangegangenen Saison hatten die beiden Freundinnen, die schon seit fast einer Dekade gemeinsam auf Punktejagd gehen, noch die schleswig-holsteinische Mädchen-Konkurrenz dominiert, nun ernteten sie das Ticket nach Bremen als Lohn für ihren jahrelangen Trainingsfleiß, der sie in der Vergangenheit in alle Leistungskader des TTVSH geführt hatte.
"Die norddeutsche Konkurrenz ist schon sehr stark. Unser Ziel ist es, am zweiten Wettkampftag noch dabei zu sein.", äußert sich Kristin Nissen zu den Aussichten der beiden Drittliga-Asse. Für sie sind es schon die dritten Nordtitelkämpfe bei den Erwachsenen, Ann-Kathrin Gericke feiert diesbezüglich indes eine Premiere und schätzt ihre Chancen ähnlich ein: "Bei einer guten Auslosung können wir natürlich auch im Einzel die eine oder andere Runde überstehen, die besten Chancen haben wir aber wahrscheinlich im Doppel."
Denn Seite an Seite ist das Duo Gericke/Nissen ein starkes Team: Vor Jahresfrist gewannen sie den Doppel-Titel bei den Norddeutschen Mädchen-Meisterschaften. Zuvor war ihnen dieses Kunststück auf Landesebene gleich dreimal in Folge gelungen. Aktuell spielen sie in der Damen-Regionalliga eine ausgeglichene Bilanz (4:4).
Dabei ist ihre Spielweise ganz unterschiedlich: "Anka" Gericke punktet normalerweise mit ihrem unglaublich athletischen Offensivspiel, variablen Vor- und Rückhand-Top-Spins sowie gefährlichen Aufschlägen, während Kristin Nissen ihr Spiel eher taktisch aufbaut, die Kontrahentinnen mit guten Rückschlägen sowie ihrer unangenehmen langen Noppe auf der Rückhand "ärgert" und wiederholt mit ihrem gefürchteten Vorhand-Schuss brilliert.
Beide sind sich jedoch einig: "Wir wollen in diesem Jahr erst einmal ausloten, inwieweit wir schon mit der norddeutschen Spitze im Damen-Bereich mithalten können. Davon abgesehen richtet sich unser Hauptaugenmerk natürlich weiterhin auf den Klassenerhalt in der Regionalliga."
Ihre Teamgefährtin Larissa Schmidt, immerhin Schleswig-Holsteins aktuelle Ranglistenzweite, verzichtete unterdessen auf einen Start in der Hansestadt. Die 20-jährige Europastädterin hat in der Woche nach den Titelkämpfen gleich drei aufwendige Prüfungen im Rahmen ihres Chemie- und Sportstudiums in Kiel zu absolvieren und muss das Wettkampfwochenende zum Lernen nutzen.
"Larry" Schmidts Doppelpartnerin im Drittliga-Quintett, Monika Klimová (19), hat derweil im Rahmen ihres Architekturstudiums bereits Semesterferien und bestreitet zeitgleich in Bratislava ihren Regionalentscheid mit dem Ziel, sich für die nationalen Slowakischen Meisterschaften zu qualifizieren.
In der Herren-Verbandsliga erwartet das zweite Herren-Sextett des TSV Schwarzenbek indes eine schwere Aufgabe: Die Tabellenersten aus der Europastadt treffen bereits am Freitagabend um 20.15 Uhr auswärts auf den Preetzer TSV um dessen mehrfachen Landesmeister Robin Fritsche. "Wir haben die große Chance, uns an diesem Spieltag weiter an der Tabellenspitze zu etablieren, müssen dazu aber auf allen Positionen unser Potential abrufen.", sieht Spieler-Trainer Mirsad Fazlic der Begegnung im Kreis Plön mit aufmerksamer Spannung entgegen.
Der Bezirk IV, zuständig für die Kreisverbände Lauenburg, Lübeck, Ostholstein, Segeberg und Stormarn, kümmert sich derweil schon wieder um die sportliche Zukunft. Der aktuell erfolgreichste Bezirksverband in Schleswig-Holstein richtet am Sonntag in Schwarzenbeks Sporthalle Nord-Ost (13.30 Uhr – 16.30 Uhr) einen Talentsichtungslehrgang aus. Unter der Leitung der beiden A-Lizenz-Trainer Mirsad Fazlic und René Klose sowie weiterer Helfer sollen dabei die Tischtennis spezifischen und allgemein sportlichen Fähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult werden. Zudem werden die Mädchen und Jungen im Alter von bis zu zehn Jahren während der diversen Übungseinheiten auch einer Sichtung unterzogen. "Wir wollen hoffnungsvolle Talente möglichst frühzeitig erkennen und in unsere Leistungsförderungsmaßnahmen integrieren.", schildert Lehrgangsleiter Mirsad Fazlic. Und René Klose ergänzt: "Wir werden sicherlich diverse Technik-Einheiten und kleine Wettkämpfe durchführen, aber unter anderem auch anhand spielerischer Übungen die Koordinationsfähigkeiten testen."
Zu den Leistungsförderungsmaßnahmen innerhalb des Bezirkes IV gehören beispielsweise Leistungsstützpunkte und –lehrgänge sowie auf Kreisebene auch die Talentförderungsgruppen.
Insgesamt werden in Schwarzenbek etwa 50 aufstrebende Nachwuchshoffnungen erwartet.
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