|
Seit mehr als 60 Jahren spiele ich mit Begeisterung Tischtennis. Ich kann es immer noch nicht vollkommen. Trotzdem gebe ich nicht auf.
1952 (ich war schon 18 Jahre jung) begann meine Trainerlaufbahn. Vier Jahre später spielte ich in der damals höchstens Spielklasse der Bundesrepublik: „Oberliga“. Zweimal durfte ich zu den „Deutschen Meisterschaften“. Es gab nur das einfache K.O-Sytem. Wer vierliert, fliegt raus. Keine Gruppenspiele wie heute. Doch allein die Qualifikation – die Teilnahme - war eine Ehre. In der zweiten Runde war für mich Schluss, bitter, denn ich schied mit einem Kantenball im Entscheidungssatz aus. Das sind unschätzbare Erfahrungen.
Trotzdem habe ich nicht resigniert und weiter trainiert, 6 mal in der Woche. Erst Systemtraining, Schlägerhaltung und Technik, das muss stimmen, sonst ist alles vermurkst, dann Wettkämpfe, ununterbrochen eine Stunde Kaiserturnier, nur die „Harten“ standen das durch und sie entwickelten sich zu den Besten in ihrer Schulklasse und auch später im Beruf.
Wer sich im Sport anstrengt und sich quält, der wird auch im Leben erfolgreich sein.
Nachdem ich nun seit zwei Jahren bei euch als Jugendtrainer in Aktion bin, freue ich mich, dass ich „sooo viele prima“ Typen habe. Während meiner Trainerlaufbahn war ich als Landesstützpunkttrainer in Nordrhein-Westfalen (Siegen) und in Hessen (1. Damen-Bundesliga) tätig. Ich habe einige bei deutschen und Jugend-Europameisterschaften erlebt und wie sie nach Niederlagen gelitten haben (Jörg Rosskopf, Stepfan Fetzner, Eva Hansel (Mutter von Pia) und viele mehr).
Alle diese Kinder „von damals“ haben jeden Tag den Tischtennisball und ihren Körper + Geist in Anspruch genommen. Sie haben nicht stundenlang vor der Glotze gehockt. Daher mein Grundsatz: Wir müssen unseren Kindern eine sinnvolle Freizeitbetätigung ermöglichen, wo sie Fleiß, Einsatzbereitschaft, Freude zur Leistung und Freude zum Leben erfahren. Daher „Ohne Fleiß, kein Preis.!“
Dabei bleibt es nicht aus, dass ich einige „Kasper“ im Training zur Ordnung rufen muss. Ich mache es nicht gern, aber es muss sein, selbst wenn es meine Enkeltochter sein sollte.
|